Freitag, April 9, 2021
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Hacker übernehmen Kontrolle über smartes Sexspielzeug

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Smartem Sexspielzeug fehlen grundlegende Sicherheitsmaßnahmen. Das geht aus dem Whitepaper „Sex in the digital era: How secure are smart sex toys?” von ESET hervor.

Immer mehr sogenannte smarte elektronische Geräte sind mittlerweile mit dem Internet verbunden. Sogar komplette Häuser lassen sich per Knopfdruck steuern. Auch wenn entsprechende Funktionen wahrscheinlich keine tatsächlichen Vorteile mit sich bringen. Jede/r hat ihren/seinen Fetisch: Der Qiui Cellmate ist zum Beispiel ein elektronischer Keuschheitsgürtel, der das Genital erst wieder freigibt, wenn dazu via Bluetooth der entsprechende Befehl erfolgt. 

Penis im Sexspielzeug gefangen

Für den US-Amerikaner Sam Summers ist dies besonders unangenehm geworden: Hacker haben eine Sicherheitslücke in dem App-gesteuerten Keuschheitsgürtel genutzt, um den Nutzer zu erpressen. „Ich saß gerade zu Hause mit dem Keuschheitsgürtel an meinem Geschlechtsteil, als die App eine seltsame Nachricht anzeigte“, teilte Summers „Vice.com“ mit. „Dein Penis gehört jetzt mir“, sollen die Hacker ihrem Opfern mitgeteilt haben.

Um sein Glied wieder zurückzubekommen, solle er 1.000 US-Dollar in Bitcoin überweisen. Zuerst habe er gedacht, dass seine Partnerin hinter der Nachricht steckt, sagte Summers. Als er sich bei ihr erkundigte, informierte sie ihn jedoch darüber, dass sie nichts damit zu tun hatte. Nun realisierte Summers, dass sein Sexspielzeug gehackt worden war.

In dem Moment habe er sich gewünscht, dass das Gerät eine Art Notfallschlüssel oder einen Entsperrungs-Code hat, aber das sei leider nicht der Fall, so Summers. „Also habe ich Panik bekommen.“ Nachdem er den Hackern das verlangte Lösegeld schickte, ließen diese ihn allerdings nicht frei. „Sie verlangten nach nur noch mehr Geld. Da begann ich, mich wirklich blöd zu fühlen und wurde wütend.“

Bolzenschneider für Befreiung

Summers und seine Partnerin versuchten zusammen, das Sexspielzeug mit einem Bolzenschneider zu deaktivieren, was sich aber als schwierig herausstellte. „Ich hatte richtig Angst, weil sich mein Penis in einer sehr gefährlichen Position befand“, so Summers. Letztlich gelang es ihm trotzdem, den „Cellmate“ mit dem Bolzenschneider aufzubrechen. Dabei verletzte er sich jedoch. „Ich habe keine Narbe davon getragen, aber es hat stark geblutet.“

Es sei ein seltsames Gefühl, wenn eine fremde Person in eine Sphäre eindringt, in der sich normalerweise nur du und deine Partner aufhalten, sagte Summers. Solche elektronischen Geräte wolle er jedenfalls nicht mehr benutzen.

Die Sicherheitslücke in der „Cellmate“-App hat der Hersteller inzwischen behoben. Das chinesische Unternehmen Qiui rät allen Nutzern, die Applikation zu aktualisieren, weil nur so sichergestellt werden kann, dass die Lücke auch tatsächlich gestopft wird.

Sicherheitslücke bei Sexspielzeug bekannt

Dabei hatten Sicherheitsforscher schon im Oktober 2020 vor einer schwerwiegenden Sicherheitslücke im Keuschheitsschloss „Cell Mate“ des chinesischen Herstellers Qiui gewarnt. Diese soll es Hackern ohne großen Aufwand ermöglichen, die Kontrolle über das smarte Sexspielzeug zu übernehmen. 

Der „Cellmate“ von Qiui ist allerdings nicht das erste „smarte“ Sexspielzeug ist, das aufgrund von Sicherheitsproblemen Kritik erfahren hat. Bereits im Jahr 2016 entdeckten Forscher ein Gerät, das aus der Ferne übernommen und kontrolliert werden konnte. 2017 wurde der Hersteller geklagt, weil er „hochintime und sensible“ Nutzerdaten gesammelt haben soll. 

Beitragsfoto: Roman, stock.adobe.com

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