Samstag, Juli 31, 2021
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IBM will 1.000 Mitarbeiter in Deutschland entlassen

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IBM will zahlreichen Mitarbeitern in Deutschland die Kündigung aussprechen. Die Gewerkschaft ver.di rechnet mit bis zu 1.000 Entlassungen und äußert scharfe Kritik an dem Vorhaben.

Protest gegen Kündigungen: „Außerordentliches geleistet“

IBM Deutschland hat am Abend des 18. Januar 2021 die Aufsichtsratsgremien und am 19. Januar die zuständigen Betriebsratsgremien darüber informiert, nahezu 1.000 Angestellte kündigen zu wollen. Der Konzern verweist auf den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und einer Neuausrichtung der Organisation sowie der Skills.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) äußert scharfe Kritik an der Kündigungen von IBM. Berechnungen von ver.di zufolge könnten diese Entlassungen knapp 1.000 Beschäftigte hierzulande betreffen. „Respekt, Anerkennung und Wertschätzung sehen anders aus – wir fordern den Konzern auf, die Pläne nicht umzusetzen“, kommentierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz. Die Beschäftigten hätten gerade in Zeiten der Pandemie „Außerordentliches geleistet“. Ihnen jetzt mit Kündigung zu drohen, erzeuge „ein Klima der Unsicherheit und der Angst“. So könne der Konzernumbau nicht gelingen, ist sich Schmitz sicher.

Man sei „erschüttert“ über die Pläne, teilten die Betriebsratsgremien mit. „Wir protestieren gegen Kündigungen und fordern IBM auf, die Pläne nicht umzusetzen.“ Die Vorstände der ver.di-Betriebsgruppen und die Mitglieder der ver.di-Tarifkommission im IBM-Konzern fordern die IBM in einer gemeinsamen Position auf, die Kündigungspläne zurückzunehmen: „Wir wollen keine Kündigungen – Respekt, Anerkennung und Wertschätzung statt Rausschmiss.“

IBM hat Kunden im Blick

„Unsere Personalentscheidungen werden getroffen, um unsere Kunden auf ihrem Weg zur Einführung einer offenen Hybrid-Cloud-Plattform und KI-Fähigkeit bestmöglich zu unterstützen“, teilte IBM in einem Statement mit. „Außerdem investieren wir neu in unser Geschäft. Wir werden auch weiterhin signifikante Investitionen in Aus- und Weiterbildung der Kenntnisse von IBMern vornehmen, um den Anforderungen unserer Kunden besser gerecht zu werden.“

IBM: Beschäftigte fordern Qualifizierung statt Rauswurf

Man fordere IBM auf, die eigenen Beschäftigten einzubeziehen und ihre Skills durch Qualifizierungen und weitere Maßnahmen auf dem aktuellsten Stand zu halten, so ver.di. IBM erwirtschafte auch in der Krise Gewinne, erhöhe die Dividende und müsse keinesfalls Personal abbauen.

Ende Oktober 2020 hieß es in Berichten, dass IBM Deutschland im vierten Quartal 2020 mehr als 2.300 Stellen abbauen wolle. Wie Golem.de aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr, dürften weltweit im Konzern 30.000 bis 40.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Davon etwa 10.000 allein in Europa.

Foto: [Nikolay N. Antonov], stock.adobe.com

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