Freitag, April 9, 2021
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Ventilator in Zeiten von Corona – Virenschleuder oder hilfreich?

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Im Sommer kann das Büro – oder generell jeder geschlossene Raum, in dem sich mehrere Menschen befinden – zum Hochofen werden. Aber auch im Herbst und Winter gibt es überraschend warme Tage bzw. man will mit dem Durchlüften im wahrsten Sinne des Wortes für frischen Wind sorgen. Doch wie sieht es in Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie aus?

Ventilatoren im Winter? Da verstehen viele nur noch Spanisch, weil es dort selbst in der kalten Jahreszeit meist mild bis warm ist. Aber es geht um das hier und jetzt, und da kann sich ein Deckenventilator als nützlicher erweisen als man denkt. Auch in gut vorbeheizten Räumen lässt das ersehnte wohlige Gefühl nach kurzer Zeit nach. Und genau spielt die Wärmerückführung durch einen Deckenventilator eine Rolle. Durch seine kräftige Rotation verteilt er angewärmte Heizungsluft ideal im ganzen Raum und erreicht so eine gleichmäßige Wohlfühltemperatur.

Sind Ventilatoren „Virenschleudern“?

Sind im Büro alle Fenster geschlossen, wie das vor allem im Sommer aufgrund der sich stauenden Hitze oft der Fall ist, könnte das durchaus zu einem Problem werden. Weil wir uns durch Aerosole mit Covid-19 anstecken können. Das sind sehr kleine Tröpfchen in der Atemluft, die wegen ihrer Beschaffenheit eine ganze Weile in der Luft schweben können. Ein laufender Ventilator wirbelt diese Aerosole durch die Luft und verteilt diese somit. In einem Raum wie etwa einem (Großraum) Büro mit mehreren Personen, atmet somit jeder dieser Aerosole ein und kann sich dadurch anstecken und krank werden.

Um einen Deckenventilator auf Winterbetrieb umzustellen, muss das Gerät neben einem Vorwärtslauf auch über einen Rückwärtslauf verfügen.

Sollte man besser auf den Ventilator verzichten?

Büros ist es deshalb allerdings nicht untersagt, einen Ventilator zu kaufen und einzusetzen. Es ist auch nicht notwendig, komplett auf einen Ventilator zu verzichten. Ist er richtig positioniert, kann er sogar zum Schutz beitragen. Virologe Christian Drosten hat beispielsweise vorgeschlagen, überall dort wo sich mehrere Menschen in einem Raum befinden, zum Beispiel in Kitas, Schulen oder Büros, Ventilatoren zum Luftaustausch zu nutzen. Dazu sollte das Gerät jedoch unbedingt vor einem geöffneten Fenster Platz finden und eine Tür im Raum geöffnet werden. Dadurch kann ein Luftzug entstehen, der frische Luft in den Raum bringt und die Aerosole nach draußen befördert. Somit soll sich die Ansteckungsgefahr reduzieren.

Lüftungsanlagen mit HEPA-Filtern können ebenfalls, unter Berücksichtigung der Luftwechselraten und bei regelmäßiger Reinigung, Tröpfchen oder in Tröpfchenkernen gebundene Influenza-Erreger zurückhalten.

Generell gilt also, dass Lüften auch in der kalten Jahreszeit und während der Corona-Pandemie gesund ist. Je weniger Viren sich in der Raumluft befinden, desto geringer die Ansteckungsgefahr.

Achtung bei Klimaanlagen

Auf Lüftungsanlagen, die die Raumluft lediglich umwälzen, sollte man im Büro – zumindest in Zeiten von Corona – verzichten. Das empfiehlt das Robert Koch Institut (RKI). Auch die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) rät in ihrer „Handlungshilfen mit Maßnahmen zum Schutz vor Coronaviren” von Klimaanlagen ab, weil sie die Luft im Gebäude im Grunde lediglich umwälzen. Der Grund ist, dass Klimaanlagen in den meisten Fällen nicht über geeignete Filter verfügen und die Viren dadurch nur weiter in den Räumen verteilen.

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