Mittwoch, Dezember 1, 2021
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Steuererklärung: Wie lange hat man rückwirkend Zeit?

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Was sind Steuern und wofür werden sie verwendet?

Wie wichtig ist eine Steuererklärung? Steuern sind ein wesentlicher Bestandteil von Wirtschaft und Gesellschaft. Der Staat ist auf Steuern angewiesen, um wichtige Dienstleistungen wie Krankenhäuser, Schulen, Bibliotheken und Feuerwehren zu finanzieren. Die Einkommensteuer ist eine Abgabe auf Einkommen oder Einkünfte, die eine Person aus verschiedenen Quellen wie Löhnen oder Zinsen erhält. Je mehr Einkommen erzielt wird, desto höher ist der zu zahlende Steuersatz.
Arbeitnehmer, die ihre Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit beziehen, müssen ihren Teil zum Steueraufkommen bereits laufend, mit der jeweiligen Gehaltsabrechnung, abgeben. Dabei behält der Arbeitgeber den Anteil der Lohnsteuer direkt ein und zahlt diesen sofort an das Finanzamt. Dies stellt jedoch nur eine Vorauszahlung dar und bei der Abgabe einer Jahressteuererklärung kann sich jeder Steuerpflichtige zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückholen.

Die Berechnung der Lohnsteuer

Ausschlaggebend für die Höhe der Lohnsteuer sind die individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale. Diese beinhalten die Steuerklasse, die Angehörigkeit zu einer Religion, die Anzahl der eigenen Kinder unter 18 Jahren oder diverse andere Freibeträge. Im nächsten Schritt wird auf das Jahresbruttoeinkommen der entsprechende Steuersatz, unter Berücksichtigung der individuellen Merkmale, ermittelt und über die Lohnzahlungszeitraum des Kalenderjahres verteilt. Dies ergibt die zu zahlende Lohnsteuer und sollte im folgenden Jahr keine Einkommensteuererklärung abgegeben werden, gleichen sich die zu zahlende Einkommensteuer und die monatlichen Vorauszahlungen über die Lohnsteuer im bestens Falle aus. Aus diesem Grund ist auch nicht jeder Steuerpflichtige dazu verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben, da er seine Steuerschuld im Regelfall bereits getilgt hat.

Eine Steuererklärung abgeben führt in den meisten Fällen zur Erstattung

Dass man Lohnsteuer zurückholen kann, ist den meisten Menschen bekannt. Die Abgabe einer freiwilligen Einkommensteuererklärung lohnt sich für die meisten Menschen, auch wenn diese erst einmal Arbeit macht.
Aufgrund von Werbungskosten, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit entstanden sind, kann man zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückholen. Die meisten Arbeitnehmer müssen mit dem Auto, dem Rad oder der Bahn zur Arbeit kommen. Diese Kosten können im Zuge der Werbungskostenpauschale vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden. Auch gehören Arbeitsmittel, die selbst angeschafft wurden, zu den Werbungskosten, genauso wie Fachliteratur oder Verpflegungsmehraufwendungen. Spenden oder Mitgliedsbeiträge haben zwar keinen unmittelbaren Bezug zur eigenen Arbeit, drücken jedoch auch die Steuerlast nach unten und ermöglicht es so Lohnsteuer zurückholen zu können.
Auch können sich die persönlichen Verhältnisse im Laufe des Jahres ändern. Wird unter anderem die Steuerklasse unterjährig gewechselt, stehen einem wieder andere Freibeträge zur Verfügung und die Steuerlast insgesamt sinkt. Da dieser Steuerklassenwechsel Auswirkungen auf das gesamte Kalenderjahr hat, eine Berücksichtigung aber erst zum Zeitpunkt der Hochzeit Anwendung finden kann, ergibt sich in der Einkommensteuererklärung immer eine Erstattung.

Wie lange kann eine Steuererklärung abgegeben werden?

Die Abgabefristen zur Einkommensteuer unterscheiden sich zwischen denen, die verpflichtet sind eine Erklärung abzugeben und denen die freiwillig eine Steuererklärung abgeben können. Ist man verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben, so endet die Frist am 31. Juli des Folgejahres.
Alle anderen haben bis zu vier Jahre Zeit, um ihre Erklärung beim Finanzamt einzureichen, wenn sie dies überhaupt möchten. Die Steuererklärung 2017 muss also bis spätestens zum 31.12.2021 beim Finanzamt eingegangen sein. Eine Verlängerung der Frist über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht möglich, die Steuererstattung wäre somit verloren. Wer freiwillig eine Steuererklärung abgeben kann und finanziell nicht auf eine Erstattung der Steuer angewiesen ist, der sollte bis zum letzten Jahr der möglichen Abgabe warten. Grund hierfür sind die Zinsen, welche das Finanzamt einen zahlt, für jeden Monat, in dem es einen zu hohen Betrag an Steuern rechtswidrig einbehalten hat. Bei aktuell noch sechs Prozent pro Jahr kommen auf vier Jahre mehr Zinsen zusammen, als man bei irgendeiner Bank in der heutigen Zeit bekommen würde.

Bild: © Zerbor, stock.adobe.com

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