Eine Unachtsamkeit und schon liegt der Schlüssel hinter einer verschlossenen Tür. In diesem Fall bleibt keine andere Möglichkeit als einen Schlüsseldienst in der Nähe zu rufen. Über das Handy sind schnell günstige Angebote gefunden, die jedoch rasch zur teuren Abzocke werden können. Mit einigen Tipps kann eine teure Kostenfalle vermieden werden.

Impressum prüfen

Gerne werben Schlüsseldienste damit, in Notsituationen rasch zu helfen. Sie suggerieren, dass sie innerhalb kürzester Zeit vor Ort sind. Die Realität sieht dann oft so aus, dass sie lediglich Seiten im Internet betreiben, die suggerieren, es würde sich um einen lokalen Notdienst handeln. Die Mitarbeiter haben aber oft weite Anfahrtswege, die dem Kunden in Rechnung gestellt werden.

Damit gleich vorab solche Unternehmen aussortiert werden, sollte ein Blick auf das Impressum einer Webseite geworfen werden. Hier muss der Unternehmensstandort angegeben sein. Handelt es sich um einen anderen Standort, oder fehlt das Impressum sogar, sollte ein anderer Schlüsseldienst gesucht werden.

Preis vorab klären

Wird zu einem Schlüsseldienst in der Nähe telefonisch Kontakt aufgenommen, sollten gleich vorab die Kosten geklärt werden. Für eine durchschnittliche Türöffnung sollte sich der Preis inklusive Anfahrt im Bereich von 100 Euro bewegen. Wer tatsächlich in einer ländlichen Gegend wohnt und selbst der nächste Schlüsseldienst einen Anfahrtsweg von einer Stunde hat, muss allerdings mit höheren Kosten rechnen. Mehr als 200 Euro sollte jedoch eine einfache Türöffnung samt Anfahrt nicht kosten.

Weigert sich der Schlüsseldienst einen Preis zu nennen, sollte sofort das Gespräch beendet werden. Bei Gesprächen, die bereits vorab irgendwelche Zusatzkosten, etwa für ein kaputtes Schloss, anmerken, sollten Anrufer ebenfalls Vorsicht walten lassen. Tatsächlich lassen sich die meisten Türschlösser problemlos von einem Fachmann öffnen. Zu kaputten Schlössern kommt es in den seltensten Fällen.

Die Preise können allerdings abhängig von der Tageszeit und dem Wochentag variieren. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Unternehmen natürlich ihren Mitarbeitern außerhalb der normalen Arbeitszeiten auch mehr bezahlen müssen. Eine Türöffnung am Abend oder am Wochenende kann daher auch etwas mehr kosten.

Zeitpunkt klären

Ein Notdienst sollte in der Regel innerhalb einer Stunde vor Ort sein, wenn es sich tatsächlich um einen Schlüsseldienst in der Nähe handelt. Im Gespräch kann dies noch einmal indirekt hinterfragt werden, wenn abgeklärt wird, wann der Notdienst kommt.

Ist tatsächlich ein Kunde vorher dran, kann es zu einer etwas längeren Wartezeit kommen, aber innerhalb von zwei Stunden sollte der Notdienst vor Ort sein. Wer gleich vorab die Information bekommt, dass mehrere Stunden zu warten sind, sollte einen anderen Schlüsseldienst kontaktieren. Hier liegt der Verdacht nahe, dass die Anfahrtswege weiter als angegeben sind. Zudem ist es unangenehm, wenn sehr lange im Hausflur auf einen Schlüsseldienst gewartet werden muss.

Detaillierte Rechnung verlangen

Trotz aller Vorsicht ist es nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen unseriösen Schlüsseldienst handelt. Wer die Dienstleistung in Anspruch nimmt, sollte daher immer eine detaillierte Rechnung verlangen. Im Streitfall kann dann genau kontrolliert werden, ob hier unnötige Posten verrechnet wurden. Muss tatsächlich das Schloss getauscht werden, sollte dies unbedingt getauscht werden.

Es kann zu Konfliktsituationen kommen, weil der Preis plötzlich höher als vereinbart wurde, ausfällt. Kunden sollten in diesem Fall nicht zögern, die Polizei zu rufen, vor allem wenn der Mitarbeiter auf die Herausgabe des Geldes drängt.

Ein Indiz für ein seriöses Unternehmen ist, dass sich die Mitarbeiter bei einer Türöffnung immer den Ausweis zeigen lassen. Damit kann abgeklärt werden kann, ob es sich tatsächlich um den Bewohner oder Eigentümer handelt. Meist wird dann mit dem Türschild abgeglichen, aber der Mitarbeiter des Schlüsseldienstes kann im Zweifelsfall auch die Polizei holen, damit die Identität zweifelsfrei sichergestellt werden kann.

Foto von Dan Race/stock.adobe.com

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